Jugend

Gibt doch gerade nichts… - Schützenjugend macht erste Schritte aus dem Corona Lock-Down

Am 16. März 2020, dem Tag, als in Baden-Württemberg die Schulen schlossen, fand unser letztes Jugendtraining statt - zunächst ausgesetzt bis zum Ende der Osterferien. Doch, bekanntermaßen wurde die Schließung der Sportanlagen seither Woche um Woche verlängert. Und auch sämtliche nationalen Meisterschaften und Turniere der Saison 2020 wurden bald abgesagt. Dabei hatten mit Hannah, Sophie, Oliver und unseren beiden Finns fünf Young Guns der Schützengilde ihre Tickets für die Landesmeisterschaften praktisch in der Tasche…

Auch die jüngsten Lockerungen der Corona-Beschränkungen waren für die Schützenjugend kein echter Fortschritt auf dem Weg zu einem normalen Trainingsbetrieb – galten sie doch nur für Outdoor Sport, während die Schließung der Hallen fortbestand. Das Problem: Unser Jugendtraining spielt sich typischerweise in der 10 m Halle ab, mit Lichtgewehr, Luftpistole und Luftgewehr; schon allein der gesetzlichen Altersbeschränkungen wegen: Training mit Lichtgewehr ohne Altersbeschränkung, Druckluft bis 7,5 Joule ab 12, Kleinkaliber ab 14 und Großkaliber ab 18 Jahren.

Trotzdem, nach der Freigabe von zwei 25 m Bahnen für Kurzwaffen und drei 50 m Bahnen für Langwaffen machte auch die Schützenjugend im Mai ihre ersten Schritte aus dem Corona Lock-Down. Und nach den seit Anfang Juni geltenden Lockerungen für Indoor Sportarten wird die Schützengilde auch das reguläre Jugendtraining baldmöglich wieder aufnehmen.

 
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Wechsel von LG 10 Meter stehend auf KK 50 Meter liegend
 

25 Meter Pistole Duell: Dass das nicht das erste Mal war, sieht wohl sogar der Laie
 

Für die (abgesagten) Landesmeisterschaften angeschafft: Die erste eigene 25 Meter Pistole der Schützenjugend

Club- und Jugendraum bleiben wegen der geltenden Corona-Beschränkungen allerdings weiterhin geschlossen. Gemütliches abhängen auf der Terrasse oder eine Runde Tischkicker im Jugendraum – ob das vor den Sommerferien noch was wird? Immerhin, unseren für August geplanten Jugendausflug haben wir noch nicht ganz abgeschrieben...

 

 

Über 200 Starts beim Dreikönigsschießen 2020!

Am Sonntag, dem 5. Januar versammelte sich die Schützenjugend Deizisau bereits früh morgens, um die letzten Vorbereitung zum diesjährigen Dreikönigsschießen zu treffen, und mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag zu starten. Durch eine gute gemeinsame Zusammenarbeit konnten anstehende Vorbereitungen in Rekordzeit erledigt werden. Bevor der Tag mit noch ausstehenden Feinarbeiten fortgesetzt werden konnte, versammelte sich die gesamte Schützenjugend zum Maultaschenessen.

Mit einem Highlight kam der Tag zum Abschluss: Als Belohnung für die geleistete Arbeit der Schützenjugend durften sie sich noch eine Stunde in der Sprungbude austoben. Nach diesem aufregenden, aber auch harten Einsatz waren alle froh, sich direkt am nächsten Tag zum diesjährigen Dreikönigsschießen erneut treffen zu können.

Warten auf die Gäste: Noch sind alle Scheiben heil...
 

Am folgenden Montag, dem Dreikönigstag stellten zahlreiche Mitstreiter ihr Glück beim Schießen auf die elektronischen Glücksscheiben auf eine harte Probe. Dennoch konnte jeder einen für sich passenden Preis ergattern. Die Gewinne bestanden aus Sachspenden, welche der Schützengilde Deizisau im Vorfeld von kleinen und großen Betrieben gesponsert wurden. Nach dem 50. Rang, als alle verbliebenen Preise zur freien Verfügung gestellt wurden, stürmte eine Menschenmasse die Preise um noch den ein oder anderen Gewinn einzufahren.

Auch die vielen verschiedenen Salate, Kuchen und das Grillgut kam gut bei den Teilnehmern an. Am Ende machten alle einen Zufriedenen Eindruck und niemand musste mit leeren Händen nach Hause gehen. Das diesjährige Dreikönigsschießen war ein voller Erfolg!

Die Schützengilde freut sich bereits jetzt schon auf das nächste Dreikönigsschießen am 6. Januar 2021, wenn es wieder heißt: Gut Schuss! 

So viele Preise wie noch nie - ein großer Dank an alle Sponsoren!
 
Bei über 200 Starts alle Hände voll zu tun: Das Team an der Bon-Kasse.
 
Bei der Verlesung der Gewinn-Nummern: Gespannte Aufmerksamkeit in Clubraum am Schießhausweg.
 

Neue Jugendschützenkönigin proklamiert

Am letzten Sonntag im November endete für die Schützen im Schießhausweg die Vereinsmeisterschaft 2020 mit dem traditionellen Königsschuss und der Königsfeier.

Besonders aktiv war in diesem Jahr die Jugend: Mit der Teilnahme in den Disziplinen Luftgewehr 10 m, KK Gewehr 100 m, KK Zielfernrohr Auflage, 10 m Luftpistole, 25 m Pistole, 25 m Schnellfeuerpistole (Nachwuchswettbewerb), 25 m Standardpistole und 50 m Pistole lieferte sie ein Drittel aller Wettkampfergebnisse der Gildeschützen. Damit wird die Vereinsjugend vom Schießhausweg voraussichtlich auch auf den Kreismeisterschaften ganz vorn dabei sein.

Nach den Ehrungen der siegreichen Meisterschaftsteilnehmer folge die wie immer mit Spannung erwartete Proklamation der Schützenkönige. Den Titel der Jugendschützenkönigin holte sich Hannah Stumpp, 1. Hofdame wurde Francisca Griese und 2. Ritter Finn Rothe. Wir wünschen ihnen allzeit gut Schuss!

 

Neues Königshaus der Schützenjugend: V.l.n.r. Francisca Griese, Hannah Stumpp und Finn Rothe

 

Samstagnachmittag im Schützenhaus...


Der Liegendanschlag ist die zweite Stellung beim LG Dreistellungskampf

Als im vergangenen Juli in der 10-m Halle die beiden neuen Scheibenlifte für den LG Dreistellungskampf in Betrieb genommen wurden, war die Skepsis zunächst groß. Als sogenannte „Zuführungsdisziplin“ zum KK Dreistellungskampf für die Jugend wird der LG Dreistellungskampf von den Schießsportverbänden zwar sehr gefördert, aber er spielt - außerhalb der Leistungs- und Talentzentren - im Schießbetrieb der Vereine bisher kaum eine Rolle: Bei der letzten Kreismeisterschaft trat im Schützenkreis Esslingen genau eine Teilnehmerin an.

Inzwischen sind die beiden Anlagen der Schützengilde regelmäßig im Einsatz, vor allem montagabends, wenn die Jugend ihr eigenes Training hat. Gerade im Winter hat das Training in der 10-m Halle natürlich Vorteile gegenüber dem offenen 50-m-Stand fürs KK Gewehr. Außerdem darf mit dem Luftgewehr schon ab 12 Jahren trainiert werden, mit dem KK Gewehr dagegen erst ab 14.

Da die Lifte automatisch auf die richtige Höhe für Kniend-, Liegend- und Stehendschießen fahren, kann der Trainingsbetrieb auf den übrigen Ständen beim Umstellen ungestört weitergehen.

 

Jugendcup: Mit der Luftpistole ganz oben auf dem Siegertreppchen

Am Schüler- und Jugendcup des Württembergischen Schützenverbandes nahm die krankheitsbedingt dezimierte Deizisauer Schützenjugend dieses Jahr mit drei Startern in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole teil.

Nach den Landesmeisterschaften im Juli und dem Landesjugendkönigsschießen zu Beginn des Monats bot der Cup eine weitere willkommene Gelegenheit, sich mit Schützen aus ganz Württemberg zu messen. Allerdings zählen hier nach dem Reglement neben den Schießergebnissen auch die Resultate eines Parcours mit verschiedenen sportlichen und spielerischen Aufgaben für die Gesamtwertung, weshalb die Veranstaltung immer für Überraschungen gut ist. Trotzdem herrschte im WSV Schulungszentrum Ruit auf der Schießanlage mit insgesamt 40 Bahnen eine Wettkampfatmosphäre fast wie bei den Landesmeisterschaften.

Oliver, Sophie und Finn bei ihren Einsätzen an Luftgewehr und Luftpistole
 

Bei den Schießergebnissen in der Disziplin Luftgewehr konnten Oliver Sickinger mit 161 von 200 Ringen in der Schülerklasse und Finn Gottuck mit 362 von 400 Ringen in der Jugendklasse voll überzeugen. In der Gesamtwertung reichte es beiden dennoch nicht aufs Treppchen. Stattdessen gelang Sophie Reinelt der Durchmarsch: Sie setzte sich mit der Luftpistole gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich am Ende den ersten Platz in der Schülerklasse.

Sophie bei der Siegerehrung
 

Nach diesem erfreulichen Abschluss des Sportjahres 2018 / 19 gilt es für die Jugend der Schützengilde jetzt, nach vorn zu schauen, denn mit den anstehenden Vereinsmeisterschaften beginnt das Sportjahr 2019 / 20, das den einen oder anderen noch – mit viel Fleiß und etwas Glück – zu den Deutschen Meisterschaften im August nach München führen könnte.

Das Team der Schützengilde zum abschließenden Gruppenbild versammelt
 
 

Schützenjugend auf dem Landesjugendtag 2019 viermal ausgezeichnet

Am ersten Samstag im Oktober machte sich die Deizisauer Jugend auf den Weg zum Landesjugendtag ins gut 10 km südöstlich von Schwäbisch Hall gelegene Oberfischach. Die Anreise bei teils strömendem Regen ließ einen ungemütlichen Ausflug erwarten, aber am späten Vormittag hatten sich die Regenwolken zum Glück größtenteils verzogen. Erstes Tagesziel war das Schützenhaus am Siebersberg, wo die Schützengilde mit je zwei Startern in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole zum Landesjugendkönigsschießen antrat.

Deizisauer Schützenjugend mit Luftgewehr...
 
...und Luftpistole auf dem Landesjugendkönigsschießen in Oberfischach.
 

Am Mittag ging es dann weiter zur Delegiertenversammlung und Proklamation der württembergischen Jugendschützenkönige in die nahe gelegene Weinberghalle. Hier konnte Jugendleiter Christian Kopf im Namen des gesamten Betreuerteams eine besondere Auszeichnung entgegen nehmen: Den Anerkennungspreis für kreative Jugendarbeit 2019 des Württembergischen Schützenverbandes in Silber. Von der Jury gewürdigt wurden die Teilnahme an internationalen Turnieren (2018 in Österreich, 2019 in Belgien) und das umfangreiche Ferien- und Freizeitprogramm. Anerkennung fand außerdem die Umsetzung eines Konzepts zur Prävention sexualisierter Gewalt, das Jugendliche, Betreuer, Eltern und Vorstand gemeinsam erarbeitet hatten.

Christian Kopf nimmt den Preis für kreative Jugendarbeit entgegen, mit dabei Marei Kopf und Ralph Trinter.
 

Beim Landesjugendkönigsschießen brachte es Sophie Reinelt gleich bei ihrem ersten Start für Deizisau aufs Siegertreppchen. Sie wurde 2. Ritter in der Disziplin Luftpistole. Neben Urkunde und Ehrennadel konnte sie sich über einen echten Australischen Silberdollar als Preis freuen.

Jugendschützenkönige in der Disziplin Pistole: Sophie Reinelt wird 2. Ritter.
 
Preisverleihung für die Spielstraße in der Klasse über 16 Jahre.
 

Schließlich gingen noch zwei weitere Auszeichnungen für die Teilnahme an der Spielstraße an das Team vom Schießhausweg: Der dritte Platz in der Klasse 14 – 16 Jahre an Sophie Reinelt sowie der fünfte Platz in der Klasse über 16 Jahre an Finn Rothe.

 

 

Schützenjugend bei den internationalen AirOShoot Super Finals

Ein ungewöhnliches Abenteuer erwarte Finn Rothe von der Deizisauer Schützenjugend am ersten Wochenende nach den Sommerferien: Zur Teilnahme am internationalen AirOShoot Super Finals Einladungsturnier ging es mit dem Luftgewehr ins belgische Herent. Schon am Donnerstagabend machten sich Finn und Trainer Ralph Trinter auf den Weg, um schließlich kurz nach Mitternacht im Hotel einzutreffen.

Am Freitag war zunächst Gelegenheit für einen Bummel durch die alte Universitätsstadt Löwen, bevor es Zeit zur Waffen- und Ausrüstungskontrolle und zum freien Training wurde.


Na, so ganz fertig ist die Shooting Range noch nicht: Freies Training

Nach einem gemütlichen Abendessen in der urigen Altstadt hieß es dann aber, zeitig zu Bett zu gehen, denn am Samstagmorgen um Fünfuhrdreißig war die Nacht vorbei: Aufbruch zum ersten Wettkampf. Mit 605,3 Ringen konnte Finn seine persönliche Bestleistung um satte 7,4 Ringe verbessern, den Einzug ins Tagesfinale sichern und das gesteckte Ziel von 600 Ringen weit übertreffen. Beim Finalkampf musste Finn sich der Konkurrenz erst nach 26 Schuss geschlagen geben und landete hinter Max Moore von der britischen Talent Squad und vor Claudio Heiderscheid aus Luxemburg auf dem 5. Platz.

Samstagmorgen, kurz nach sieben: Vor dem ersten Wettkampf


Line-up zum ersten Tagesfinale

Bei freundlichem Spätsommerwetter stand am Nachmittag ein Ausflug ins nahegelegene Brüssel auf dem Programm. Ziel war die quirlige Altstadt, ein kurzer Abstecher zum Europäischen Parlament durfte natürlich nicht fehlen.


Besuch in Brüssels Altstadt

Brüssel: Die Kalorien präsentieren sich hier in Bestform...

Der Sonntagmorgen ließ Zeit für ein ausgedehntes Frühstück. Auch am zweiten Wettkampftag konnte Finn die magische 600-Ringe-Marke knacken und landete erneut auf Platz 5, allerdings fehlte diesmal das letzte Quäntchen Glück: Nur 0,7 Ringe trennten ihn am Ende vom dritten Platz. Im Tagesfinale landete er etwas unglücklich hinter Jonas Sigmund vom KKS Königsbach und vor dem Briten Toby Moss auf Platz 6.

Sonntagnachmittag: Probe vor dem letzten Tagesfinale

Nach den Siegerehrungen am späten Nachmittag machte sich das Tandem aus Deizisau auf die Rückreise. So viel war klar nach diesem spannenden, anstrengenden und erfolgreichen Turnier: Die Reise hatte sich gelohnt!

 

Jugendausflug ins Filstal

Am vergangenen Samstag, den 31.August 2019, unternahm die Deizisauer Schützenjugend einen Ausflug zum Nachbarverein nach Plochingen. Auf dem weitläufigen Freigelände an der Fils gab es die Möglichkeit, mit dem Bogen oder der Armbrust zu schießen. Also ein komplettes Gegenteil zu unserem Hobby, und dennoch verbindet uns der Sport.

Die "Kügelesschützen" aus Deizisau bei den ersten Versuchen mit Bogen und Armbrust
 

Nach anfänglicher Einweisung in Bogen und Armbrust wurde mutig drauf losgeschossen und so einige Luftballons gingen dabei zum Glück kaputt. Lediglich unsere Alex schaffte es, einen Ballon zu treffen, ohne ihn zum Platzen zu bringen. Wie üblich, durfte das leibliche Wohl auch nicht vernachlässigt werden und so wurde auch der Grill angefeuert. Bei einer gemütlichen Runde wurde Kraft getankt. Zum Glück spielte auch das Wetter mit und so stand einer weiteren Runde schießen nichts im Wege.

Finn versucht sich an der Armbrust
 
Sophie am Bogen: Sieht doch schon ziemlich professionell aus, oder nicht?
 

Durch gemeinsame Gespräche und Diskussionen zeigte sich schnell, dass die Chemie stimmt und so hoffen wir, dass das Bogenschießen keine einmalige Sache bleibt. Eventuell findet ja ein Gegenbesuch statt, sodass die Bogenschützen mit unserem Hobby in Kontakt kommen und weitere Interessen und Themen gemeinsam besprochen werden können.

Wir bedanken uns bei unseren Gastgebern vom Schützenverein Plochingen und wünschen allzeit gut Schuss!

 

 

Guschu Open 2019

Am Freitagnachmittag den 19. Juli ging es zum Guschu Open nach Bayern. Ohne schlechten Verkehr waren Marei, Dennis und ich nach zweieinhalb Stunden Autofahrt an der Olympia-Schießanlage angekommenen. Die Zelte waren bereits von den restlichen Teammitgliedern aufgebaut worden. Franzi zeigte mir noch das riesige Gelände und die verschiedenen Hallen. Im Anschluss gingen wir noch gemeinsam essen und spät abends dann ins Zelt. Die erste Nacht war ok, bis auf das sich irgendeine Person auf dem Gelände, mit wirklich vielen Zelten dazu entschloss, halbstündig laute Töne mit Hilfe einer Vuvuzela von sich zu geben.

Basislager
 
Sieht nach einer doppelten Portion Kaiserschmarren aus, oder?
 

Am Samstagmorgen wurde beim Frühstück kurz besprochen wie der Tag abläuft. Ich hatte vormittags meinen Schieß-Durchgang, Franzis war kurz danach dran und Dennis am Nachmittag. Nach den ersten beiden Durchgängen gab es Mittagessen und ein paar Aktivitäten. Spät-Nachmittags haben wir dann noch eine Schwammschlacht gemacht um etwas abzukühlen. Nach dem Abendessen beschlossen wir zusammenzupacken und Heim zu fahren, da es ziemlich stark regnen und gewittern sollte. Es war alles schnell eingepackt und in den Anhänger geladen, somit konnten wir uns noch vor dem Unwetter auf den Heimweg machen.

Pistolenwettbewerb in der 10-m Halle
 
Bungy Run (so steht's zumindest drauf)
 
Schwammschlacht auf dem weitläufigen Geländer der Olympiaschießanlage
 

Um 2 Uhr morgens im Schützenhaus angekommen wurden nur noch schnell ein paar Matten hingelegt und dort übernachtet. Am nächsten Morgen wurde gemeinsam gefrühstückt und das ganze Zeug aus dem Anhänger verräumt. Alles in allem war es ein schönes Erlebnis!

 

Was macht eigentlich ein SCATT-Trainingssystem?

Wahrscheinlich hat jeder schon mal im TV oder im Kino eine Filmszene gesehen, die den Blick durch ein Zielfernrohr darstellen soll. Fast alle diese Szenen enthalten denselben Fehler: Das Bild wackelt nämlich nicht, meist nicht einmal, wenn der Schuss fällt. Das ist natürlich nicht der Fall. Tatsächlich ist der Zielpunkt der Waffe die ganze Zeit über in Bewegung, nicht nur beim Anfänger, sondern auch beim Meisterschützen. Was gute von schlechten Schützen aber unterscheidet ist die Art dieser Bewegungen. Und genau das kann eine SCATT-Anlage live aufzeichnen und visualisieren. Deshalb sollte sie in keinem einigermaßen gut ausgerüsteten Schützenhaus fehlen.

Die Hauptbestandteile der Anlage sind ein Computer mit entsprechender Software zum Aufzeichnen, Wiedergeben und Analysieren der Treffer und Bewegungen, einen elektronischen Messrahmen zur Trefferaufnahme, der vor der normalen Scheibenanlage angebracht wird, sowie ein Sensor zur Montage an der Waffe, um die Bewegungen zu erfassen. Es gibt auch Anlagen, die ohne Messrahmen für den Scheibenstand auskommen.

Luftpistole mit Bewegungssensor, elektronische Trefferanzeige.
 
Scheibenstand mit Messrahmen (links und Mitte), Wiedergabe am Computer (rechts)
 

Damit kann nun genau aufgezeichnet werden, wohin die Waffe vor, während und nach dem Schuss zeigte. Aus dieser Aufzeichnung kann die SCATT-Anlage außerdem vielfältige statistische Analysen erzeugen und zum Beispiel Zusammenhänge aufzeigen zwischen den Bewegungsmustern, dem Zeitverlauf und den Schießresultaten.

Das A und O bleibt aber die Visualisierung des Wegs des Haltepunktes. Zunächst kann man an den Bewegungslinien die Größe des Halteraums selbst gut abschätzen. Wer noch sehr viel Platz auf der Scheibe braucht, darf bei der Trefferausbeute keine Wunder erwarten.

Die SCATT-Anlage hilft also, das Leistungsniveau realistisch einzuschätzen. Auch zeigt sie, ob die Schießtechnik stimmt: So würde man bei einem guten Luftgewehrschuss erwarten, dass die Waffe in einem Trichter mittig von oben in den Zielraum sinkt und sich die Mündungsbewegungen bis zum Schuss auf immer kleinerer Fläche konzentrieren. Weicht die tatsächliche Bahn stark davon ab, sind ausgesuchte Technik-Trainings sinnvoll.

Ebenso interessant ist die Bewegung unmittelbar nach dem Schuss: Ideal wäre ein kurzer Ausschlag in der Senkrechten. Seitliche Bewegungen zeigen dagegen an, dass die Waffe nicht richtig gehalten wurde. Und wenn nach dem Schuss generell sehr viel Bewegung zu sehen ist, dann hapert es offensichtlich mit dem richtigen Nachhalten.

Wertvolle Hinweise gibt die Aufzeichnung auch über das richtige Timing: Fällt der Schuss regelmäßig erst, nachdem die Mündungsbewegungen wieder größer werden? Dann fehlt es wohl an Zuversicht und Entschlossenheit. Auch das lässt sich gezielt trainieren.

Schließlich ist die Arbeit mit der SCATT-Anlage selbst bereits ein gutes Training. Denn es lenkt die Aufmerksamkeit und Konzentration auf den Zielablauf. Und genau so soll es ja sein. Denn vieles ist beim Schießen durch Training automatisierbar, nur das Zielen nicht.

 

Wie präzise schießt eigentliche eine Luftpistole?

Die Frage hat sich jeder schon einmal gestellt, der auf dem Schießstand mit Erstaunen feststellen musste, dass eben nicht jeder Schuss in der Zehn sitzt und manch einer sogar die Scheibe verfehlt. Liegt’s wirklich am Schützen oder vielleicht doch eher am Sportgerät?

Um der Frage nachzugehen bedarf es eines Prüfstandes. Der besteht zu allererst aus einer Vorrichtung zum Fixieren der Waffe (im Bild rechts). Um die Waffe stabil einspannen zu können, genügt es in der Regel, vorher den Griff abzunehmen – bei Sportwaffen – wie dieser Luftpistole Hämmerli AP20 Pro, die im Jugendbereich häufiger zu sehen ist – normalerweise eine einfache Übung. Dazu kommt ein präzises Gerät zur Trefferaufnahme – hier unsere elektronische Schießanlage der Marke SIUS, die wir seit rund einem Jahr in Training und Wettkampf einsetzen. Und als drittes Detail aus einer Geschwindigkeitsmessanlage, umgangssprachlich heute auch als „Chrono“ oder „Chronograph“ bekannt. Auf dem Foto ein Gerät mit separaten Display, des einfacheren Ablesens wegen.

Und das Ergebnis nach 30 Schuss?

Wenn diese Pistole den Innenzehner verfehlt, liegt’s definitiv weder an Waffe, noch an der Munition und auch nicht an der Luft, sondern am Schützen: Alle Schüsse im Kaliber 4,5 Millimeter treffen ein Loch von weniger als 10,5 Millimetern Durchmesser, die Mündungsgeschwindigkeit beträgt im Test-Mittel gut 155 plus / minus ein Meter pro Sekunde und die Energie liegt knapp unter 6,5 Joule. Maximal erlaubt wären 7,5 Joule.

Fazit: Waffe und Geschosse harmonieren gut.

Wäre die Mündungsgeschwindigkeit 5 bis 10 Meter pro Sekunde niedriger ausgefallen, wäre mit einem größeren Streukreis zu rechnen gewesen. In dem Fall hätte man zunächst versuchen können, das Regelventil neu zu justieren. Das geht nicht bei allen Pistolen ohne Büchsenmacher. Eine weitere Möglichkeit wäre die Wahl kleinerer oder leichterer Geschosse im Kaliber 4,49 oder 4,48 Millimeter und 0,45 Gramm Gewicht. Aber auch eine zu hohe Mündungsgeschwindigkeit kann für die Präzision von Nachteil sein. Manchmal hilft auch teurere Munition. Bei unserer Pistole im Test kann aber alles bleiben, wie es ist. Und getestet wird sie auch erst wieder zu Beginn der Winterrunde.

Pistolenprüfstand: Fixiervorrichtung, Trefferanzeige und V0 Messgerät.